Freie Pädagogische Initiative für eine Neue Lernkultur

Haben wir Lernkultur?

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Bitte um Beachtung! Alle von hier aus erreichbaren Seiten sind historisch zu sehen. Sie wurden in den Jahren 1996 bis ca. 1998 erstellt und stellen somit meine ersten Schritte ins WorldWideWeb dar. Im Grunde sind alle hier angeführten Angebote spätestens seit der Währungsumstellung Österreichs auf den Euro ungültig geworden.


Zeitgenössiche "Allgemeinbildung" aus Sicht der Lernkultur

Nach offiziellen Angaben wendeten österreichische Eltern im Jahr 1994 insgesamt 1,2 Mrd. öS für Nachhilfe auf. Das heißt, daß sie jeden Tag des Jahres 3,3 Mio. öS aus dem Familienbudget abzweigten, damit ihr Kind mit den Anforderungen der Schule Schritt halten kann. Obwohl in den letzten dreißig Jahren immer größere Summen für neue Entwicklungen und Lösungen (wie z.B. Stützlehrer, Begleitlehrer, Beratungslehrer, Psychagogen, Supervisoren etc.) aufgewendet wurden, konnte die "Abwärtsentwicklung" nicht gebremst werden; im Gegenteil: Der Nachhilfemarkt verzeichnet ein jährliches Wachstum in zweistelligen Prozentzahlen. Wir bezeichnen dies als einen Beweis dafür, daß die Schulverwaltung eigentlich den Bankrott erklären müßte und daß "Lernkultur" fehlt

Eltern, Lehrer und Schulverwaltung haben niemals die Sinnhaftigkeit von "Nachhilfe" im üblichen Sinn hinterfragt, man scheint sich im Gegenteil wortlos darin einig zu sein, daß die Schüler einfach zu unaufmerksam, zu wenig interessiert, zu wenig fleißig seien; eher schon wurde die Sinnhaftigkeit der "Inhalte", die mit Nachhilfe den Schülern eingepropft werden, hinterfragt. Viele Stimmen wurden laut, einerseits dahingehend, Noten, Prüfungen und "Leistungsfeststellung" abzuschaffen, andererseits dahingehend, Lehrinhalte zu kürzen

Eines aber wird öffentlich gar nicht diskutiert: Werden denn die Lehrer ausgebidet, jungen Menschen für den Lehrstoff zu interessieren, sie im Umgang mit dem Lehrstoff anzuleiten, sie anzuleiten, im wahren Sinn des Wortes zu lernen, also durch Erarbeiten des Lehrstoff gescheiter, fähiger und tüchtiger zu werden? Bildet man denn einen "Lehrer", indem man eine Person in einem Fachgebiet zum Spezialisten ausbildet? Kennt die Lehrerbildung ein Lehrfach "Lernkunde" überhaupt? Wurden denn die Kriterien, die anscheinend für die Schule der Kinder und Jugendlichen gelten, jemals auf die Schulen der Lehrer angewendet?

Eine Neue Lernkultur bildet den Lehrer zuerst in Pädagogik aus, dann erst zum Spezialisten eines Fachgebietes - soweit dies für die Allgemeinbildung überhaupt nötig ist. Lernkunde wird zum zentralen Unterrichts- und Praxisfach in der Lehrerbildung. Der Grundschullehrer "lehrt" ihre Anwendung durch sein Vorbild, sie findet sich schon im Lehrplan der 10-Jährigen und hat ihren festen Platz im gesamten Curriculum der "Pflichtschule".

Viel Freude und wunderbare Erfolgen durch Lernen wünscht Ihnen Ihr Helmut W. Karl!

Copyright © Helmut W. Karl 1988, 1998, 2017 (Originaltext aus 1988 im erneuertem Seitenlayout.)


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Impressum: Helmut W. Karl


Document created by Helmut W. Karl 21AUG96, last update 23Mär2017.